Ich bin Verfechterin der alten Rechtschreibung. Ja, noch immer. Ja, auch nach all der Zeit. Mir will nicht in den Kopf, dass ein Delphin mit F geschrieben wird, das sieht einfach billig aus. Und mit einem Abschluss in Italienisch kann ich Spaghetti nicht ohne H schreiben. Dann sind es „Spa-dsch-etti“, denn nur das h verleiht dem g den harten Klang. Das geht nicht.

Ich arbeite mit Sprache
Zu meinem täglichen Handwerk gehört es, Fehler beim Schreiben zu vermeiden und beim Korrekturlesen zu finden. So weit, so gut. Da ich aber auch viel lese, fällt mir eine Reihe von kuriosen bis schmerzhaften Fehlern immer wieder auf. Und die haben nichts mit der alten oder neuen Rechtschreibung zu tun.
Platz 1: Etwas abhacken
Ich krieg die Krise. Es ist toll, dass es online so viele Tipps für bessere To-Do-Listen gibt. Dass da Haushaltspläne sind, mit denen in 5 Minuten der Haushalt fertig ist. Klasse. Ich bin riesiger Listenfan. Und wenn ich fertig bin, streiche ich durch, kreuze ich an, markiere ich bunt oder ich kann den Punkt abhaken. ABER: Ich kann auf meiner Liste nichts abhacken. Das wär mir dann auch zu brutal.
Merke: ck = kurzer Vokal (a)., k = langer Vokal. Und das ist nicht neu.

Platz 2: Packet
Ich habe ein Packet bei der Post abgeholt. Ein was? Ein Paket! Der Fehler ist der gleiche wie beim abhacken. Päckchen ja, Packet nein.
Der Nachwuchs von Hühnern sind demzufolge auch Küken und keine Kücken.

Platz 3: Rezession
Wenn Du über Wirtschaft schreibst, machst Du Dir sicher auch über eine mögliche Rezession Gedanken. Wenn Du über Bücher schreibst, ist das genauso legitim. Nicht jedoch, wenn Du ein Buch rezensierst. Dann ist es immer eine Rezension, keine Rezession.

Platz 4: Kardamon
Ich koche und backe gerne. Allerdings nicht mit Kardamon. Denn obgleich es im Volksmund so klingt und es auch auf diversen Foodblogs als Zutat angegeben wird: Es heißt Kardamom.

Platz 5: Vorraussetzung
Ohne gewisse Grundbedingungen ist manches nicht möglich, schon klar. Die grundlegenden Elemente sind jedoch Voraus-setzungen, keine Vor-raus-setzungen.

Platz 6: wiederspiegeln
Das Simile im Buch ist ein Sinnbild der Gesellschaft. Es hält uns einen Spiegel vor. Dennoch kann es nicht wiederspiegeln, also quasi nochmal spiegeln. Es kann nur widerspiegeln, denn es spiegelt ja zurück.

Platz 7: Reflektion
Und wo wir schon bei Spiegeln sind: Eine Spiegelung, sei es in einer Linse oder im Spiegel ist nicht die Reflektion – auch, wenn etwas reflektiert wird. Die Spiegelung selbst ist die Reflexion. Praktisch, wenn Du bei Scrabble ein X loswerden musst.

Platz 8: Rythmus
Es ist nicht der Rythmus, bei dem jeder mit muss. Es ist der Rhythmus.

Platz 9: Hobbies
Was Du in Deiner Freizeit machst, ist Deine Sache. Deine Hobbies schreiben sich jedoch im Deutschen (anders als im Englischen) mit dem Singular-Y, also Hobbys.

Platz 10: nix
Das Beste oder nix? Nein. Das Beste oder nichts. Nicht so praktisch bei Scrabble. Aber Du hast ja noch die Reflexion. Oder die Xanthippe.

Was kommt Dir immer wieder unter? Was schreibst Du selbst (auch) wissentlich immer wieder falsch und musst es dann korrigieren?
Delfin sieht billig aus! 😂
Sag, dass ich Recht habe 😉
‚Nix‘ ist aber eigentlich doch kein Fehler? Steht im Duden für ’nichts’🤔
Aber nur der Nix, also die männliche Nixe: https://www.duden.de/rechtschreibung/Nix
https://www.duden.de/rechtschreibung/nix
Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Aber schön ist es trotzdem nicht 😉
Das stimmt, es ist einfach grässlich 👍
Liebe Carina,
seid und seit bringen mich auf die Palme! Bei fast allen anderen Wörtern bin ich bei dir. Delphine sind edel und bleiben es nur mit PH. Ich finde Portmonee gruselig.
Allerdings: ich schreibe auch Hobbies- denn das Wort ist englisch und da soll es für mich auch so bleiben. Genau wie Babies.
Sorry.
Aber wie du bin ich ein Fan (Anhänger ;)) richtiger Schreibweisen und nein, nicht alles in der neuen, alten Rechtschreibung werde ich übernehmen. Aber ein Tipp ist doch viel aussagekräftiger als ein Tip, oder?
Liebe Grüße, tolles Thema,
Nicole
Liebe Nicole,
oh ja, seit/seid gehen quasi Hand in Hand mit dass/das.
Das mit den Hobbys sehe ich wie Du, ich finde auch, dass Hobbies schicker aussieht, aber es ist halt offenbar falsch.
Und bei den Wörtern aus dem Französischen geht es mir wie im Italienischen… Portemonnaie ist glücklicherweise noch immer die präferierte Version, aber dass Portmonee überhaupt vom Duden als Alternative akzeptiert wird, ist kurios. Eher so Portmo-NEE. 😉
Liebe Grüße
Carina
Ertappt 🙂 Bei Voraussetzung und Rythmus muss ich tatsächlich immer nachgucken bzw. werde von der Autokorrektur zurecht gewiesen.
Bei „nix“ musst Du allerdings da durch, dass ich es im flapsigen Schriftgebrauch nutze. Wissend dass es korrekt anderes geschrieben wird, aber das ist mir wurscht und nicht Wurst 🙂
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Kleiner Kommentar zum Küken/Kücken. Es kommt darauf an, wie Du es sprichst. Es gibt Landstriche, da ist das „ü“ darin ein kurzer Laut (in Österreich bspw.) und folglich wird „Kücken“ dann mit „ck“ geschrieben.
Zum ’nix‘ würde ich behaupten, dürfte das einfach umgangssprachlich gebraucht werden.
Ich bin da ehrlich gesagt nicht so streng, liegt vielleicht daran, dass ich Dialekte sehr gern mag und interessant finde.
VG