Rezension: Sommergold von Josephine Cantrell

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[Unbezahltes Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst]

Dank der Tandem Collective, Amazon Buch und dem Verlag Tinte und Feder durfte ich im Rahmen eines Readalongs Sommergold von Josephine Cantrell lesen.

Über die Handlung

Sommergold spielt in zwei Erzählsträngen in Dublin und auf Eden Fields, einer Apfelplantage in Irland. Hier lebt Gwendolyn 1911/1912. Sie arbeitet als Dienstmädchen auf Eden Fields und ist die rechte Hand und eine Freundin von Gutsherrin Honora, die nach einem Unfall einen Rollstuhl nutzt. Die Hobbyarchäologinnen graben gemeinsam auf dem Grundstück nach einem Keltenschatz. Doch dann ändern sich die Verhältnisse im Haus und damit auch Gwendolyns besondere Stellung.

100 Jahre später kehrt Straßenmusikerin Lori nach einem einschneidenden Erlebnis von Dublin zurück nach Eden Fields, wo ihre Familie bereits in fünfter Generation lebt. Den Sommer über versucht sie sich zu sammeln und zu finden und auch das Rätsel um das Verschwinden von Gwendolyn zu lösen. Und nebenher verliebt sie sich – oder?

Über die Sprache

Josephine Cantrell versteht es, mit Sprache zu spielen und Bilder zu malen. Sie schreibt mit Witz und einer tiefen Empathie für ihre Charaktere. In beiden Erzählsträngen zeigt sie auf, was der Druck der Gesellschaft mit einzelnen Personen macht.

„Es war kein Fehler, dass ich damals nach Dublin gegangen bin, aber jetzt bin ich an der Endstation angekommen. Ich muss umsteigen und brauche einen anderen Zug, versteht ihr?“ (S. 109)

Die Plantage ist etwas in die Jahre gekommen, was aber der Umgebung der Geschichte einen ganz eigenen, verzauberten Charme verleiht. Trotz aller Mängel ist klar, wieviel die alten Gebäude Lori und ihrer Familie bedeuten.

Manchmal stellte ich mir vor, unser altes Haus wäre ein Wesen, das die Geschichten aller Menschen aufsaugte. die darin lebten. Es war niemals still, als wollte es davon erzählen. Irgendwo surrte, knarrte, tröpfelte immer etwas. (S. 76)

Josephine Cantrell beschreibt nicht nur die zwischenmenschlichen Interaktionen ganz wunderbar, selbst die Arbeit auf der Apfelplantage klingt in ihren Worten romantisch:

Zwischen den Baumreihen standen große Kisten, in die wir die Äpfel warfen. Es war eine schweißtreibende Arbeit. Strecken und balancieren. Mit der Zange die Stiele kürzen, damit sie keine anderen Äpfel beschädigten. Linksdrehung zur Kiste. Eimer leeren. Rechtsdrehung zum Baum. Das war unsere Choreographie. (S. 119)

Über das Lesegefühl

Der Roman Sommergold erweckt durch seine liebevollen Beschreibungen das Cottage Core-Gefühl – und doch wird zwischen den Zeilen auch deutlich, dass das Landleben hart und die Arbeit auf der Plantage anstrengend ist. Josephine Cantrell ist nicht nur Autorin, sondern auch Psychologin und Heilerziehungspflegerin – vielleicht ist genau das der Grund, dass sie sich auch schwierigen Themen wie mentaler Gesundheit stellt und auf diese wunderbar einfühlsam eingeht.

Du wirst das Buch mögen, wenn

  • Du gerne historische Romane liest
  • Du Irland magst
  • Du Dich auch von schwierigen Themen als Nebenschauplätzen nicht abschrecken lässt
  • Du liebevoll geschriebene romantische Szenen gerne liest, bei denen nicht ständig Sex im Mittelpunkt steht

Ich gebe Sommergold 5 von 5 Äpfeln und freue mich schon auf Honigtage, Teil 2 der „Schwestern von Eden Fields“-Reihe, der im August erscheinen wird.

2 Gedanken zu “Rezension: Sommergold von Josephine Cantrell”

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