Wofür ich mich nicht entschuldige

Seit Kurzem folge ich Stefanie von Breezy Mind Marketing – und das gefühlt auf allen Kanälen: Blog, Instagram, LinkedIn. Denn genau wie ich teilt sie überall ähnliche aber nicht exakt die gleichen Inhalte. Stefanie kennt sich mit Canva und LinkedIn richtig gut aus, immerhin ist das auch ihr Geschäftsmodell und da kann und will ich einiges lernen.

Auf LinkedIn schrieb sie diese Woche darüber, warum sie den „Leider liebe ich…“-Trend von Instagram und TikTok nicht mitmacht. Den hast Du bestimmt auch schon gesehen, da entschuldigen sich Menschen für ziemlich banale Dinge, die sie halt mögen. Beispiele sind sowas wie „Leider liebe ich es, lange Gassirunden mit dem Hund zu drehen.“ oder „Leider liebe ich es, bis morgens um 4 Uhr zu lesen.“ Ich habe diesen Trend nicht mitgemacht, weil ich die Formulierung auf Deutsch so holprig finde. Im Englischen heißt der Trend „Unfortunately I do love“ (was ich alleine schon durch die Betonung mit dem do deutlich eleganter finde).

Worauf ich aber erst durch Stefanie wirklich aufmerksam geworden bin: Wir entschuldigen uns für Dinge, die wir mögen, die uns gut tun, die uns Freude machen. Aber das sind auch alles Dinge, die anderen nichts wegnehmen und die anderen nicht weh tun. Und: Diesen Trend machen nur Frauen mit. Keine Männer, keine Unternehmen. Das hat mich nachdenklich gemacht und so tue ich es lieber Stefanie gleich, die lieber eine Liste mit Fun Facts teilt.

Und was ist jetzt eigentlich so unfortunate daran, dass man etwas mag oder sogar liebt?

  • Ich liebe es, zu bloggen. Auf meinem ersten Blog auf WordPress habe ich von 2009 bis 2013 über Sicherheits- und Verteidigungspolitik geschrieben. 2017 habe ich Coffee2Stay begonnen, weil ich kreativer schreiben wollte, mich ausprobieren wollte und Lust hatte, meine Gedanken mit der Welt zu teilen.
  • Ich trinke Kaffee, seit ich vor zwanzig Jahren in Italien gelebt habe. Und bis heute gebe ich in jeden Espresso ein Löffelchen Wasser. Und ich steh dazu.
  • Ich lese lieber auf Englisch als auf Deutsch, gerade wenn es britische Bücher sind. Da geht in der Übersetzung viel Wortwitz verloren, finde ich.
  • Ich höre bei der Einschlafbegleitung Hörbücher mit einem Kopfhörer im Ohr. Meist schlafe ich sowieso gleich mit ein.
  • Autofahren ist meine me-time. Ich denke, mache mentale to-do-Listen, höre Hörbücher, seltener Podcasts, telefoniere. Und manchmal spinne ich ein bisschen rum.
  • Ich liebe es, Pflanzen zu kaufen. Indoor bleiben die erstaunlich lange grün und es geht ihnen gut, alles vor dem Haus stirbt leider einen schnellen Tod.
  • Ich genieße es sehr, mir meinen Kaffee an unserer Kaffeebar zu Hause zuzubereiten.
  • Mein wöchentlicher Gesangskurs bringt mir eine unsagbare Freude. Es ist Musik, Therapie und Coaching zugleich und tut unfassbar gut. Ich freue mich darauf, im Dezember mein Solo zu singen.
  • Japanisch ist verdammt schwer. Ich will mich da durchbeißen. Ich weiß aber auch, dass mir eine Sprache mit ganz anderen Schriftsystemen neben vollzeitnaher Erwerbsarbeit, Care Arbeit, Ehrenamt und anderen Interessen nicht so zufliegt wie die Fremdsprachen, die meinen anderen Sprachen ähnlich waren. Seit einigen Tagen erstelle ich auf Canva thematische Vokabelblätter, das macht Spaß und hilft.
  • Ich erklimme immer wieder „cringe mountain“, wenn ich auf LinkedIn Persönliches teile und an meiner Sichtbarkeit arbeite. Es kostet inzwischen etwas weniger Überwindung und ich sehe, dass die meisten Beiträge wirklich gut ankommen.
  • Ich teile so gerne mein Wissen über gute Sprache und lebhafte Texte. Ich muss mich nicht dafür entschuldigen, dass ich Grammatik faszinierend finde. Bei wem denn auch?

Und wofür musst Du Dich nicht entschuldigen?

2 Gedanken zu “Wofür ich mich nicht entschuldige

  1. Was für ein schöner Text, liebe Carina. Liebe ist, wenn sie gesund ist, niemals ein Leider. Darum teile ich deine Meinung. Ich entschuldige mich nicht mehr für meine Meinung, mein lautes Lachen.
    Dass mir Dinge nicht gefallen, dass ich Freundschaften unter Schmerzen beenden musste, weil es mir danach besser ging. Nun kann man sich fragen, ob das Freundschaften waren..
    Du siehst, wir sind uns einig.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und: Ich mag dich so, wie ich dir und bei Insta kenne, gern. Auch, weil du Meinungen akzeptierst.

    Liebe Grüße
    Nicole

    • Liebe Nicole, das mit den Freundschaften kenne ich leider auch. Inzwischen kann ich damit ganz gut umgehen, manche Menschen sollen uns offenbar nur einen Teil unserer Strecke begleiten. Ganz liebe Grüße und danke für Deine lieben Worte!

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