Heute ist der internationale Tag der Museen. In diesem Round-up stellen mehrere Reiseblogger die außergewöhnlichsten und skurrilsten Museen der Welt vor. Vom Zauber des Entdeckens erzählt das Entdecker-Schiff Fram in Oslo. Vom Ende vertrauter Gemeinschaft das Museum der zerbrochenen Beziehungen in Zagreb. Von Ende des Bekannten und dem Beginn der Aufklärung in Europa berichtet das Quake-Museum in Lissabon. Im wahrsten Sinne des Wortes lebhaft ist das Aloe Vera Museum auf Aruba. Unterhaltsam wird es im Valentin-Karlstadt-Musäum in München. Skurril hingegen im Schweinemuseum in Stuttgart sowie im Dackelmuseum in Regensburg. Tja, und welche Beschreibung könnte zum Toilettenmuseum in Kiew passen?
Das Schweinemuseum in Stuttgart


Eines der vermutlich skurrilsten Museen, das ich jemals besucht habe, lag in direkter Nachbarschaft, als wir in Stuttgart wohnten. Das Schweinemuseum ist das größte seiner Art weltweit und umfasst mehr als 50.000 Exponate auf knapp 800 m². Das Museum liegt im ehemaligen Schlachthof, und so ist es nur logisch, dass die Dauerausstellung in Räumlichkeiten zum Thema Metzgerei beginnt. Zu den Exponaten gehören aber auch Schweine international, Sparschweine, Ferkel (nicht unbedingt im Tierkind-Sinn), Schweine beim Glücksspiel, das Hausschwein und Cousin Wildschwein. Hier wird wahrlich alles zum grunzenden Tier ausgestellt, was man sich vorstellen kann – und einiges darüber hinaus. Kannst Du Dir nicht vorstellen? Hier gibt es einen virtuellen Rundgang.
Empfehlenswert ist außerdem der Besuch im angeschlossenen Biergarten – es gibt auch vegetarische und andere Köstlichkeiten.
Dackelmuseum in Regensburg


In der Regensburger Innenstadt hast du die Möglichkeit, eines der ungewöhnlichsten und tierliebsten Museen zu besuchen. Es handelt sich um das weltweit erste und einzige Dackelmuseum. Das Museum mit angeschlossenem Shop hat täglich geöffnet und Dackel haben freien Eintritt.
Zu bestaunen gibt es mehr als 4.500 Exponate aus aller Welt. Lerne die vier verschiedenen Rassen des Dackels kennen – Vier-Augen-Dackel, Langhaardackel, Tigerdackel und Rauhaardackel. Das Museum zeigt ebenso die Entwicklung des Dackels vom Dackel als Jagdbegleiter und wie aus ihm mit der Zeit ein Begleithund wurde. Er wird an der Leine mit ins Wirtshaus/Restaurant genommen oder macht mit der Familie einen Ausflug als Familienhund.
Unter Ahoi und Moin Moin – barrierefrei und entspannt auf Kreuzfahrt und Städtereise zeigt Dir Kathy die traumhaftesten Städtereisen und schönsten Kreuzfahrtziele mit den dazugehörigen barrierearmen Landausflügen weltweit. Gleichzeitig erfährst Du, wie Du die Landausflüge mit Rollstuhl, Rollator oder Buggy/Kinderwagen unbeschwert genießen kannst. Ihr Erfahrungsschatz aus mehr als 10 Jahren umfasst mehr als 150 besuchte Kreuzfahrthäfen weltweit.
Museum der zerbrochenen Beziehungen in Zagreb (Museum of Broken Relationships)

Eines der außergewöhnlichsten Museen Europas ist sicherlich das Museum der zerbrochenen Beziehungen in Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens. Hier werden Zeugnisse und Relikte zerbrochener Lieben ausgestellt und ihre Geschichte erzählt, manchmal auf humorvolle, manchmal auf sehr traurige Weise. Besonders spannend: Das Museum bietet auch die Möglichkeit, persönliche Geschichten und Objekte einzureichen, die dann eventuell ausgestellt werden!
Die Ausstellung in Zagreb wurde 2006 von Olinka Vištica und Dražen Grubišić konzipiert, als sie gerade dabei waren, ihre eigene Trennung zu verarbeiten. Einige Jahre später, 2011, wurde das Museum bereits als „Europäisches Museum des Jahres“ ausgezeichnet. Heute ist das Museum of Broken Relationships eines der bekanntesten in Kroatien. Täglich kommen zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt, um in die Geschichten der verflossenen Lieben einzutauchen.
Eine Empfehlung ist auch das hauseigene Café, in dem man bei leckeren Kuchen und einer herrlichen Kulisse das grandiose Ambiente auf sich wirken lassen kann.
Auf PlacesofJuma schreiben Martina und Jürgen seit 2017 über ihre Reisen rund um den Globus. Beide sind begeisterte Fotografen und immer auf der Suche nach den schönsten Plätzen und Orten.
Das Quake-Museum in Lissabon

Seit April 2022 kannst Du in Lissabon ein ganz besonderes Museum besuchen, welches sich einer der verheerendsten Naturkatastrophen der europäischen Geschichte widmet. Auf Basis interaktiver und immersiver Techniken unternimmst Du eine Zeitreise zum Allerheiligentag 1755 und erlebst hautnah die Schrecken des heftigen Erdbebens, der Brände und des Tsunamis, die zu jener Zeit die blühende portugiesische Hauptstadt fast vollständig zerstörten. Du erfährst jedoch auch, warum gerade diese Naturkatastrophe die europäische Aufklärung so sehr beflügelte und lernst außerdem, wie Du Dich bei Erdbeben am besten verhalten kannst. Wir waren mit der ganzen Familie inklusive der portugiesischen Großeltern dort und es hat uns allen sehr gefallen. Vor allem die Räume mit der liebevoll gestalteten Kulisse Lissabons unmittelbar vor, während und nach dem Beben und die Möglichkeit die Erdstöße selbst mitzuerleben und die Brandhitze zu spüren, waren für uns sehr eindrucksvoll.
Jens lebt seit 2011 mit seiner portugiesischen Partnerin und seinen beiden Töchtern zwischen Berlin und Lissabon. In seinem Blog Portugal mit Kindern sammelt er exklusive Aktivitäten für neugierige, unternehmungslustige Familien. Mehr zum Quake-Museum schreibt er hier.
Das Aloe Vera-Museum auf Aruba


Das Aloe Vera-Museum auf Aruba gehört definitiv zu den außergewöhnlichsten Museen in der Karibik, denn hier geht es ausschließlich um die Pflanze, die in heimischen Gefilden vor allem aus Cremes, Shampoos und Ölen bekannt ist. Im Museum wird alles über die Verarbeitung der Pflanze erzählt und gezeigt, ebenso wie über die Herstellung und die Geschichte von Aloe Vera. Auch ein Blick auf die benachbarte Farm mit ihren zahlreichen Aloe Vera-Pflanzen kann geworfen werden. Aloe Vera ist ein wichtiges Exportprodukt im sonst enorm kargen Aruba.
Das Aloe Vera-Museum ist auch insofern besonders, als dass es eine kostenlose Sehenswürdigkeit auf Aruba ist – eine willkommene Abwechslung im sonst eher teuren Aruba. Die geführten Touren starten in verschiedenen Sprachen in der Regel alle 15 Minuten, bei denen neben zahlreichen Erläuterungen auch ein Blick in die Produktion geworfen werden kann. Zudem ist das Museum eine der wenigen Attraktionen auf Aruba, die nicht mit Strand oder Meer zu tun haben – demzufolge ideal für alle, die mehr als nur in der Sonne liegen wollen. Es ist einfach per Mietwagen oder sogar per öffentlichem Nahverkehr erreichbar und befindet sich im Westen der Insel, zwischen den Ortsteilen Hato und Ponton (rund 2 Kilometer vom touristischen Zentrum Arubas und vom Kreuzfahrtterminal entfernt).
Mehr über Christian, Aruba und weitere Reiseziele liest Du auf seinem Reiseblog My Travelworld. Über 75 Länder, darunter nahezu alle Inseln der Karibik, hat er bereits bereist und nach wie vor ist seine Reiselust ungebrochen, sodass er zurzeit als Digitaler Nomade mit einer Home Base in der Dominikanischen Republik durch die Welt tourt.
Die Fram in Oslo – Museum mit begehbarem Entdecker-Schiff

Fram – Das ist norwegisch und bedeutet „Vorwärts“. Und es ist der Name eines der berühmtesten Schiffe der Entdeckergeschichte. Die Fram wurde von berühmten Polarforschern wie Fridtjof Nansen oder Roald Amundsen in die entlegensten Winkel der Erde bewegt und hält bis heute einen Rekord: Kein Schiff ist je auf höheren Breitengraden gefahren. Im Gegensatz zu vielen anderen solcher Schiffe ist die Fram nicht gesunken, sondern steht heute in einem extra für sie gebauten Museum in Oslo, Norwegens Hauptstadt.
Hier kann man das geschichtsträchtige Schiff nicht nur bestaunen, sondern darf sogar an Bord gehen und das Holz der Reling unter den Fingern spüren! Auf mehreren Etagen rund herum gibt es weitere Exponate, die mit der Expeditionsgeschichte zusammenhängen. Da vieles sehr interaktiv gestaltet ist, lohnt sich der Besuch für die ganze Familie, denn hier lernt man spielerisch jede Menge über Entdeckungsreisen ins Eis. Also ein Spaß für große und kleine Abenteurer!
Anuschka hat ihr Herz an die Arktis verloren und bloggt auf Rosas Reisen über ihre Reisen in den hohen Norden – ob Huskytour durch Finnland, Schneemobilausflug auf Spitzbergen oder Polarkreuzfahrt durch grönländische Gewässer! Auf ihrem Blog findet man nicht nur jede Menge Tipps zu solchen Abenteuern, sondern auch lustige und spannende Geschichten. Wer mehr über die Fram wissen möchte, kann ihren Artikel Die Fram in Oslo – Geister der Vergangenheit lesen!
Das Arktikum in Rovaniemi


Ganz in der Nähe des finnischen Polarkreises liegt dieses ungewöhnliche Museum. Eigentlich sind es sogar zwei. Im modernen Gebäude des Wissenschaftscenters und Museum Arktikum in Rovaniemi findest Du das Arktische Zentrum Rovaniemi, in dem sich alles um das Leben in der Arktis dreht. Ich gebe zu, die Ausstellung ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber dennoch spannend gemacht. Verblüffend anders ist dagegen das Lappländische Regionalmuseum Rovaniemi. Ich habe hier viel über das Leben und den Alltag der Samen gelernt, die hier im Norden von Europa ihre Heimat haben. Die Informationen sind in Nischen und Blöcken präsentiert, die auf den ersten Blick scheinbar durcheinander angeordnet sind. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Lappland und seiner Bevölkerung. Dabei gibt es auch immer wieder Geschichte und Geschichten zum Anfassen, wie der Stand eines reisenden Marktfotografen aus den Anfängen der Fotografie. Seine Fotos geben den Menschen der Region ein Gesicht und haben mich tief beeindruckt.
Erschreckend sind dagegen die Zeugnisse aus dem Zweiten Weltkrieg, als die Deutschen beim Rückzug hier fast alles zerstört haben: Gebäude, Brücken, Straßen, Boote und Fähren. Aber schon das vom finnischen Architekten Shigeru Ban entworfene Museumsgebäude ist ein Hingucker und modernes architektonisches Wahrzeichen der Stadt.
Katja ist leidenschaftliche Reisende im Wohnmobil, Buchautorin und Journalistin. Auf ihrem Wohnmobil-Reiseblog hin-fahren.de gibt sie Tipps zu Reisezielen und Touren – zwischen Südspanien und Nordkap – und rund um Camping und Wohnmobil. Das Arktikum und andere spannende Museen in Nordeuropa hat sie bei ihrem Roadtrip zum Nordkap besucht. Weitere Informationen dazu findest Du hier.
Das Toilettenmuseum in Kiew (Museum of Toilet History)

Vor meinem Besuch im laut Guinness Buch der Rekorde weltweit größten Toilettenmuseum in Kiew, war ich mir noch nicht sicher, ob es eine Touristenfalle oder eine Sehenswürdigkeit ist. Also habe ich mir ein Taxi zum Museum am Rand der Altstadt genommen und mir eine private Führung um rund 10 € gekauft. Das war im Jahr 2020 fünfmal so viel wie der Eintritt in andere Museen in Kiew.
Zu sehen gibt es im Museum alles, angefangen mit Steinzeit-Toiletten bis zu japanischen Hightech Toiletten mit Sitzheizung. Und dein breit grinsender privater Guide erzählt dir mit trockenem Humor, wie es überhaupt zum Wort Toilette gekommen ist und welcher deutsche König einmal in eine hineingefallen ist. Mit der Zeit entwickelt sich daraus ein: „Aha, interessant“ – anstatt einem: „Warum bin ich hier?“
Wem das als einzige kuriose Ausstellung nicht gereicht hat – konnte sich damals auch das „Museum für unnütze Dinge“ anschauen, mit einer der weltweit größten Sammlungen von Lenin-Büsten, Propaganda und Samowaren. Über Kiews andere Sehenswürdigkeiten habe ich damals einen eigenen Beitrag geschrieben. Laut Google gibt es alle Sammlungen noch.
Daria und Thomas leben auf Malta. Sie schreiben auf Konpasu.de über ihre Reisen, Remote Work und praktische Reisetipps.
Das Valentin-Karlstadt-Musäum in München

Gelegen im Herzen Münchens, ist das Valentin-Karlstadt-Musäum eine einzigartige Institution, die dem Leben und Werk von Karl Valentin und Liesl Karlstadt als Dauerausstellung gewidmet ist. Diese beiden legendären Figuren der bayerischen Kabarett- und Varieté-Szene hinterließen ein umfangreiches und vielfältiges künstlerisches Erbe, das im Museum liebevoll präsentiert wird.
Das Valentin-Karlstadt-Musäum befindet sich im Isartor, einem der historischen Stadttore Münchens, das Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war. Das Museum erstreckt sich über drei Stockwerke des Turms und bietet eine einzigartige Kulisse für die Ausstellung. Mit seiner zentralen Lage ist das Museum beispielsweise leicht vom Marienplatz zu erreichen und dient als kultureller Anziehungspunkt in der Münchner Innenstadt. Das Museum beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Exponaten, die das Leben und Werk von Karl Valentin und Liesl Karlstadt beleuchten. Darunter befinden sich originale Kostüme, Requisiten, Manuskripte, Fotografien und persönliche Gegenstände der beiden Künstler. Die Ausstellung vermittelt einen tiefen Einblick in ihre Karrieren, ihre künstlerische Zusammenarbeit und ihr persönliches Leben.
Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt der Exponate, die das breite Spektrum ihres künstlerischen Schaffens widerspiegelt. Von Valentins berühmten Wortspielen und skurrilen Objekten bis hin zu Karlstadts Rollen in Film und Theater bietet das Museum eine umfassende und facettenreiche Darstellung ihrer beider künstlerischen Werke. Mein persönliches Highlight des Museums ist das sogenannte „Nebenwerk“ von Karl Valentin. Dieses umfasst eine Vielzahl von skurrilen Objekten und Erfindungen, die Valentin im Laufe seines Lebens sammelte oder selbst herstellte. Darunter befindet sich auch die berühmte „Kravattenmuseumsspinne“, eine skurrile Skulptur, die aus verschiedenen Gegenständen zusammengesetzt ist und Valentins einzigartigen Humor und seine Liebe zum Absurden demonstriert.
Das Museum ist für Kinder ab ca. 8 Jahren und Erwachsene geeignet – nicht alles ist barrierefrei!
Frank bloggt auf Urlaubsreisen-Mega.de – ursprünglich um interessante Orte und Sachen seiner ehemaligen norddeutschen Heimat Bremen und seiner Wahlheimat München zu beschreiben. Inzwischen geht es bei ihm um Reiseziele in Europa.
Das Headerfoto ist von Scott Webb auf Unsplash.
So ein schöner Artikel, danke, dass ich dabei sein durfte! Die meisten Museen kannte ich auch noch gar nicht. Eigentlich bin ich ja mehr der Typ für draußen, aber Museen liebe ich als Historikerin auch sehr und gerade wenn das Wetter mal nicht mitspielt sind sie ganz oben auf der Liste! 😊
Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
Anuschka
Richtig tolle, schlaue, besondere Zusammenschau. Großes Kino!
Herzlichen Dank. Museum kann so lebhaft sein 😊
Ein interessanter Ausflug in die Welt der Museen. Toll aufgearbeitet. Kompliment und herzliche Grüße Lore
Herzlichen Dank 😊
Liebe Carina,
dieses ist/war eine super Idee – ähnlich einer Blogparade.
Ich finde diese (alte?) Art genial, um sich zu vernetzen und viele neue Ideen und Infos zu bekommen. Ich bin eher nicht der Museumsgänger, habe hier aber eine kleine Ader dazu gefunden auch skurrile Sachen in Angriff zu nehmen.
Also – nochmals vielen lieben Dank für Dein vernetzen und die Zeit & Mühe.
VG
Frank
Hallo Frank,
sehr gerne – danke, dass Du dabei warst! Ich habe auch den Eindruck, dass diese Art der Vernetzung ausstirbt oder zumindest in Vergessenheit gerät. Schade, gerade Blogparaden finde ich so spannend, weil jeder eine andere Erfahrung zu einem gemeinsamen Thema hat und beitragen kann.
Liebe Grüße
Carina
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