Wochenrückblick mit Ferienbetreuung, Debatten und Alltag

Diese Woche war Little Miss für vier Tage in der Ferienbetreuung in einem anderen Kindergarten. Glücklicherweise hat es ihr gut gefallen, unter anderem natürlich, weil sie mit ihrer besten Freundin dort war. Für mich bedeutet das, dass ich fünf Tage weniger Urlaub nehmen musste, den wir mit ihr außerhalb der Hauptsaison nutzen können.

Freitagsfüller

Freitagstipps


Danke an Barbara von ScrapImpulse für den wöchentlichen Gedankenanstoß!

1. Nach welchen Kriterien Politiker in Deutschland von der Gesellschaft verurteilt werden, erschließt sich mir täglich etwas weniger.

2. Ich bin Carina und ich habe Spaß bei der Arbeit, ohne mich dafür zu schämen.

3. In meinem Bett darf ein gut gepolstertes Kissen nicht fehlen.

4. Ich glaube meine Arbeit, ein Reel für Instagram zum aktuellen Readalong zu erstellen, hat sich wieder mal richtig gelohnt.

5. Sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren ist nicht immer einfach, tut aber gut.

6. Ich liebe es, im Restaurant zu frühstücken.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf etwas Lesezeit, morgen habe ich geplant, mich mit (m)einem neuen Handy auseinanderzusetzen und Sonntag möchte ich mit Little Miss, Oma und Opa ins Aquarium!

Lesefutter

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Diese Woche beginnt der Readalong der Tandem Collective zum Roman Unsere Tage am Fluss von Karin Lindberg. Auf Instagram nehme ich Dich mit.

Auf den Ohren gibt es aktuell The Family Inside von Katie Garner. Ich bin bei knapp 80 Prozent und weiß inzwischen gar nicht mehr, was ich davon halten soll. Es spielt in einem düsteren, gruseligen Haus mit ähnlich düsteren, gruseligen Charakteren und einer Familie, in der jeder Geheimnisse hat. Die Geschichte mutet recht unheimlich und bedrohlich an, aktuell finde ich sie allerdings eher undurchsichtig. Ich fürchte, über 3/5 Sternen wird der Roman in meiner Bewertung nicht hinaus kommen, will ihn jetzt aber auch beenden.

Fünf Dinge, für die ich diese Woche dankbar bin

  • Dass Little Miss die Ferienbetreuung gefallen hat
  • Dass wir auf dem Weg zu meinen Eltern ohne Stau super durchgekommen sind
  • Für eine ganz besondere Freundin, die immer da ist
  • Für richtig gutes Internet im ganzen Haus dank neuer Repeater
  • Dafür, dass ich Spaß bei der Arbeit habe und mich dafür nicht schämen muss

Die Debatten der Woche

Diese Woche habe ich mehrere Diskussionen verfolgt und mich teilweise daran beteiligt. Um Robert Habeck und die Rückgabe seines Bundestagsmandates ging es bei einer Bekannten auf Facebook. Um die Wehrpflicht bei MamaMeeting auf Instagram. Um die Vereinbarkeit von Kind und Karriere sowie die angeblich ständig verfügbaren Omas im Tiefkühlfach bei Johanna Ahrens auf LinkedIn (ihr zu folgen, lohnt sich!).

Ein paar Gedanken zu Robert Habeck

Auf LinkedIn las ich diese Woche folgenden Satz: Was einen Staatsmann von einem Politiker unterscheidet: der erste plant für Generationen, der zweite für Wahlperioden. Irgendwie passt das auch hier.

Robert Habeck polarisiert, was ich ehrlicherweise nicht wirklich nachvollziehen kann. Ich erinnere mich noch daran, wie ich 2021 auf dem Rückweg von Ulm an Esslingen vorbeifuhr und im Radio SWR1 Leute hörte. Im Gespräch ein reflektierter, angenehmer Mann, von dem ich noch nie gehört hatte. Bei den Grünen sei der. Aha. Wirkte aber so wenig radikal – also so, wie ich die Grünen im Kopf hatte. Wieso war der denn nicht Spitzenkandidat statt Annalena Baerbock? Das war Robert Habeck. Erst später habe ich mich dann mit ihm beschäftigt und Anfang 2025 auch sein Buch Den Bach rauf gelesen und rezensiert.

Versteh mich nicht falsch: Habeck ist sicher nicht der Messias, der alles immer perfekt macht. Aber er reflektiert. Er denkt darüber nach, was gut läuft und was nicht. Was eint und nicht (absichtlich) entzweit. Das fehlt mir in diesen Tagen sehr.

Die Diskussion auf Facebook fand unter der Überschrift „Die Welt brennt und Robert Habeck geht nach Kopenhagen“ statt und ging in zwei Richtungen: „Endlich ist er weg“ und „Wie kann er denn jetzt gehen?“. Auch hier wieder die vielbemühte Verzerrung der Fakten. Es nervt. Es zehrt.

Ich verstehe die Frage gar nicht, wie Robert Habeck denn just jetzt gehen kann. Aus meiner Sicht ist es menschlich mehr als nachvollziehbar. Man muss sich und seine Familie nicht bedrohen lassen. Man muss sich nicht verheizen lassen. Und nachdem ja alles was er je gesagt und getan hat soooo falsch war *Ironie off*, gibt Mister Inselfrise genau das ja nun wieder. Da nicht hämisch zu lachen, würde auch mir schwerfallen. Ich finde es traurig und halte es für einen großen Verlust der Demokratie in Deutschland. Aber ich kann es absolut nachvollziehen.

Meine Gedanken zur Wehrpflicht

Ich habe den Eindruck, dass es sich viele mit der Diskussion um die Wehrpflicht zu einfach machen. So auch unter dem Beitrag von Juliane von MamaMeeting auf Instagram. Da las ich original „Die da oben sollten so Politik machen, dass wir kleine Kinder nicht in den Krieg schicken müssen“ (die miserable Orthografie und Grammatik habe ich hier mal korrigiert). Hä? Kleine Kinder?

Auch der vielzitierte Satz „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ fiel. Tja. Nur der entscheidende Teil „…dann kommt der Krieg zu Dir“ fehlte. Wie das aussieht, sehen wir seit über 3 1/2 Jahren in der Ukraine. Und genau damit der Krieg eben nicht zu uns nach Deutschland und West-Europa kommt, unterstützen wir ja die Ukraine bei ihrer Verteidigung.

Mich fasst das an, wenn es viel Meinung und wenig Fakten gibt. Weil hier Fakten einfach ignoriert und umgedichtet werden. Weil hier ein Thema diskutiert wird, mit dem sich (verständlicherweise) viele Frauen und Mütter nicht auskennen. Doch: Auch Wehrpflichtige werden von der Bundeswehr nicht in den Krieg geschickt. Und von wegen Politiker sollten nichts entscheiden, was sie nicht betrifft: Ich habe vor einigen Jahren für eine Abgeordnete im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages gearbeitet. Eine Frau. Eine gelernte Erzieherin. Sie wurde Reservistin der Marine. Warum? „Ich kann doch keine Entscheidungen treffen, wenn ich mich damit nicht auskenne.“ Sie war seinerzeit übrigens die erste Abgeordnete, die in einem UN-Einsatz gedient hat. Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius hat in den 80er-Jahren Wehrdienst geleistet. Und damals war die Bedrohungslage so reell wie heute. Und damals war der Wehrdienst noch etwas länger als die wenigen Monate, die sie vor ihrer Aussetzung 2011 dauerte. Genau, Aussetzung! Nicht Abschaffung! Auch das ein Fakt, der hier untergeht.

Übrigens: Ich habe vor über 20 Jahren internationales Abitur gemacht. Eine der Voraussetzungen dafür war soziales Engagement. Ich habe damals in einem Krankenhaus mit Langzeitpatienten gearbeitet. Das hat vieles in ein anderes Licht gerückt und hat mir nicht geschadet. Hätte ich auch Wehrdienst geleistet? Vermutlich ja. Warum? Weil man nicht nur nehmen kann. Das kommt übrigens von einer, die freiwillig in Deutschland Einkommenssteuer zahlt.

Meine Gedanken zu Omas im Tiefkühlfach

Johanna Arens schrieb auf LinkedIn darüber, wie schwierig die Überbrückung der zusätzlichen Woche zwischen sechs Wochen Kindergarten-Sommerferien und Einschulung ist. (Ein Problem, das ich so auch von meinem Patenkind, ebenfalls in Hamburg, kenne.) Sie schreibt:

[…] wir haben keine Omas und Opas und Tanten und Onkel und Geschwister in unserer Nähe.

Ich habe nachgeschaut: die Benjamin Blümchen Torte liegt direkt auf der Pizza.

Keine Oma dazwischen.

Die sorgt nämlich für sich selbst, heute und im Alter.
Und dafür hat sie unser volles Verständnis.

Die Diskussion darunter ist wertschätzend und von viel „oh ja, das geht uns auch so“ geprägt. Und auch wenn das die Probleme erwerbsarbeitender Mütter nicht löst, tut es ja gut, gesehen zu werden. Viele von uns haben keine Großeltern in der Nähe oder haben gar keine mehr. Oder die arbeiten noch. Oder benötigen selbst Unterstützung. Es ist unfassbar, dass das System in Deutschland noch immer auf einem „selbst schuld, Sie wollten doch Kinder“ und „wieso arbeiten Sie denn?“ fusst – gepaart mit der dümmlichen Frage von Fritze M, wieso die Leute nicht für mehr Geld arbeiten. Sein Angebot, die Differenz zu bezahlen, muss da untergegangen sein.

Fakt der Woche: Nicht so angenehm

Diese Woche lernte ich Folgendes:

Eine der größten Hotelketten in Japan nennt sich APA, was für „Always Pleasant Amenities“ (zu deutsch: Allzeit angenehme Annehmlichkeiten) steht. Klingt gut? Ja. Allerdings nur, bis Du Dich mit dem Menschen dahinter befasst. Toshio Motoya, der Gründer und Präsident der Gruppe, ist Geschichts-Revisionist und hat rechtsextreme Tendenzen. Schlimm genug. Doch es geht noch weiter: Diese Ansichten werden im Hotel-Magazin und in in den Hotelzimmern ausgelegten Büchern propagiert. Motoya behauptet unter anderem, dass das Nanking-Massaker, ein bekanntes japanisches Kriegsverbrechen in China, nicht stattgefunden habe. Außerdem wurde 2007 bekannt, dass die Gruppe ihre Daten zur Erdbeben-Sicherheit gefälscht hat, denn offenbar erfüllen einige der Hotels nur etwa 70 Prozent der hohen Standards der strukturellen Integrität. In einem Land wie Japan, in dem Erdbeben nicht ungewöhnlich sind, mehr als fragwürdig. Nicht so angenehm.

Was hat Dich diese Woche umgetrieben? Schreib es mir in die Kommentare!

2 Gedanken zu “Wochenrückblick mit Ferienbetreuung, Debatten und Alltag

  1. Hachja, gute Freundin sind so wertvoll und selten. Aber es ist gut zu wissen, dass es so etwas noch gibt, wo man sagen kann, dass diese Person immer da ist. Leider nicht so selbstverständlich, wie man sich das immer wünscht.

    • Liebe Sarah,
      das stimmt leider. Ich war früher genau so eine Freundin für ein befreundetes Paar, habe gebabysittet und sie liebend gerne unterstützt. Heute könnte ich genau so eine Freundin gut gebrauchen. Vielleicht kommt das noch.

      Liebe Grüße
      Carina

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