„Salute: Das letzte Gebet“ von Friedrich Kalpenstein: Eine Rezension

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Ich durfte den Krimi Salute: Das letzte Gebet von Friedrich Kalpenstein im Rahmen eines Readalongs lesen. Danke an Tandem Collective Global, Amazon Buch und Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar. Dies hat meine Meinung zum Buch nicht beeinflusst.

In dieser Rezension schreibe ich über:

Die Handlung

Salute: Das letzte Gebet ist bereits der dritte Fall in der Lanza/Zeitler-Serie, die am Gardasee in Italien spielt. Der Kriminalroman kann dennoch unabhängig von den beiden anderen Bänden gelesen werden. Der Krimi öffnet mit dem Fund einer Leiche in einer Kirche. Der junge Mann hängt im Taufbecken, in seinem Mund findet die Spurensicherung Seiten aus einem Gesangbuch. Wer ist der Mann und warum musste er sterben? Und warum in einer Kirche?

Der Krimi ist spannend und mit einigen Wendungen geschrieben, die ich nicht vorhergesehen habe. Mir gefiel, dass die Ermittler hier keine Traumata mit sich herumschleppen, wie es so oft in Kriminalromanen der Fall ist. Die Charaktere um den Gardasee werden menschlich und glaubwürdig dargestellt. An einem Punkt fehlt mir eine Auflösung beziehungsweise Aufklärung eines Seitenstrangs der Handlung. Das ist für den Fall nicht entscheidend, für mich menschlich aber schon 😉

Die Hauptfiguren

Commissario Lanza ermittelt. Wie offenbar schon in den beiden Vorgänger-Krimis läuft er dabei immer wieder Barista Paul Zeitler über den Weg. Der Deutsche führt das Café Monaco und war früher Polizist in München. Lanza traut ihm nicht so recht über den Weg, taucht der Bayer doch immer wieder in der Nähe von Tatorten auf. Doch aus der ursprünglichen Hass-Liebe wird so etwas wie Respekt.

Der Ermordete ist Marcello Ferretti, einer der drei Köpfe hinter einem Start-up, das die Wasserqualität des Gardasees mit einer Erfindung verbessern will. Musste er deshalb sterben?

Die Journalistin Antonia Romana begleitet den Fall, das Start-up und die örtliche Gerüchteküche ebenfalls.

Die Sprache

Ich habe Italienisch studiert und mag es daher natürlich sehr, wenn italienische Begriffe in einen Krimi einfließen, der in Italien spielt. Klasse fand ich den Kunstgriff mit dem Cafénamen MONACO, was auf Monaco di Baviera, also München schließen lässt – der früheren Heimat Zeitlers.

Ebenfalls schmunzeln musste ich, weil der Pastor mit Nachnamen Tedesco, also Deutscher, heißt.

„…Es ist nicht immer von Vorteil, etwas zu erneuern. Das verschreckt die Leute und verleitet sie zu der Aussage: Schade, jetzt ist es nicht mehr dasselbe. Eine Schraube hier, ein bisschen Farbe dort und der Spirit des Cafés bleibt erhalten.“ – „Sie sprechen als Deutscher sehr viel Englisch in Italien.“ (S. 195)

Mich hat etwas irritiert, dass Zeitler offenbar (noch) nicht wirklich gutes Italienisch spricht. Natürlich hat er am Gardasee viel mit (deutschen) Touristen zu tun, aber wenn man auswandert, sollte man doch der Sprache mächtig sein.

Ich kann mir vorstellen, dass die Titel der einzelnen Figuren für Leser, die kein Italienisch können, zunächst schwierig sein könnten. Commissario liegt noch auf der Hand, Sindaco (Bürgermeister) oder Sagrestano (Küster) vielleicht eher nicht.

Du wirst das Buch mögen, wenn Du

  • Italien magst
  • gerne Regionalkrimis liest
  • eine Vorliebe für Cafés als Schauplatz hast
  • Krimis mit unvorhergesehenen Wendungen magst
  • ein Ermittlerduo magst, das offiziell keines ist

Ich gebe dem Krimi Salute: Das letzte Gebet 4 1/2 von 5 Espressi.

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