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Ich durfte den Krimi Am Ende des Sturms von Alexander Hartung im Rahmen eines Readalongs lesen. Danke an Tandem Collective, Amazon Buch und Alexander Hartung für das Rezensionsexemplar. Dies hat meine Meinung zum Buch nicht beeinflusst.

Die Handlung
Der Krimi Am Ende des Sturms spielt in Sardinien und Berlin. Wir beginnen mit einer Rückblende. Auf dieser Erzählebene geht es um ein Bootsunglück vor der Küste Sardiniens. Auf einer zweiten Erzählebene wird was eigentlich schon abgeschlossen war, nach dem Fund einer Leiche in einer Berliner Badewanne plötzlich wieder ganz aktuell. Zusätzlich reisen wir nach Sardinien, wo ebenfalls ermittelt wird.
Ich war begeistert, wie toll Alexander Hartung mit falschen Fährten und Verquickungen arbeitet. Ich lese sehr gerne Krimis, habe aber keine der Wendungen vorhergesehen.
Die Figuren

Natürlich ist ein Krimi immer auch gruselig und der Tod natürlich sehr präsent. Doch Alexander Hartung hat wunderbare Figuren kreiert, die der Geschichte trotz allem eine gewisse Leichtigkeit verleihen.
Ich mag Krimis, in denen nicht jeder irgendein Trauma mit sich rumschleppt, ständig Alkohol braucht oder mit allen möglichen Frauen schläft, die ihm unter die Augen kommen. Die Hauptfiguren sind Hauptkommissar Jan Tommen, dessen Freund Chandu, Rechtsmedizinerin Zoe und Hacker Max. Chandu hat richtig Talent in der Küche und versorgt das informelle Team mit wunderbaren Köstlichkeiten. Er hat außerdem Verbindungen in kriminelle Bereiche und kann so inoffiziell unterstützen.
Chandu kam mit einer großen Schüssel in der Hand an den Tisch. „Das sind selbstgemachte Schupfnudeln, die ich mit einer Mischung von Crème fraîche, Sahne und Tomatenpesto aufgekocht habe. Darüber streue ich noch mit Olivenöl betupfte Kirschtomaten, die im Backofen gegart wurden.“ (S. 30)
Rechtsmedizinerin Zoe, ist gut in ihrem Job und lässt sich auch deshalb nichts gefallen – gepaart mit einem herrlichen Humor. Hacker Max hat etwas speziellen Geschmack (hast Du schon mal Cola mit Ovomaltine getrunken?) und geniale Ideen, die auch nicht immer ganz auf der Seite der Legalität sind.
Der Hauptkommisar fällt durch seine Bedachtheit positiv auf. Er überstürzt nichts, hat eine sehr gute Beobachtungsgabe und scheint generell gut anzukommen.
Die Sprache
Sprachlich fiel mir die (Berliner) Direktheit von Rechtsmedizinerin Zoe auf. Und auf Seite 182 dies:
[…] Max sah zu den anderen. „Von der Grammatik alles korrekt, aber es klingt gestelzt.“
Vielleicht weißt Du, dass ich Italienisch studiert habe. Als ich den Satz, auf den Max sich im Zitat bezieht, gelesen habe, dachte ich sofort daran, dass ein Italiener auf Deutsch genau so schreiben würde. Das fand ich klasse, denn es ist eigentlich eine Kleinigkeit, aber daran zu denken, zeichnet den Autoren wirklich aus.
Als Pressesprecherin gefiel mir diese Szene besonders gut:
Noch bevor Jan reagieren konnte, war [die Journalistin] zu ihm gekommen und hielt ihm das Mikrofon hin.“ […] „Glauben Sie nicht, dass die Öffentlichkeit ein Anrecht auf die Wahrheit hat?“ „Glaube ich, doch nicht jetzt und nicht über Sie.“ Er ging los in Richtung seines Büros. (S. 176)

Ich gebe dem Krimi 4 1/2 von 5 Coladosen. Aber auch nur, weil ich es nicht auf mir sitzen lassen kann, nichts kommen gesehen zu haben.
Du wirst das Buch mögen, wenn
- Du gerne Rätsel löst
- Du Berlin magst (ich fand es toll, mal wieder in Gedanken – und auf Google Maps – in meine alte Heimat zu reisen)
- Du leicht schrullige aber liebenswerte Charaktere magst
- Du kein Problem damit hast, bei der Beschreibung köstlichen Essens ständig Hunger zu bekommen
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