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Ich durfte am Mystery Buchclub der Tandem Collective teilnehmen und habe „Die Toten auf Föhr“ von Anna Johannsen gelesen. Danke an Tandem Collective und Amazon Buch für das Rezensionsexemplar des Krimis! Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.
Die Handlung
„Die Toten auf Föhr“ ist der zwölfte Band in der Krimi-Serie um die Inselkommissarin Lena Lorenzen. Das Buch öffnet mit einem vermeintlichen erweiterten Suizid. Im Mittelpunkt steht die Mutter Carolin Schneider, die zunächst beide Kinder und dann sich umgebracht haben soll. Die Ermittler aus Flensburg hatten den Fall abgehakt. Doch der Vater von Carolin Schneider – ein Mann mit Einfluss – lässt den Fall noch einmal aufrollen. Zunächst hatte ich Bedenken, einen Krimi zu lesen, in dem ein zwei- und ein fünfjähriges Kind ermordet werden. Doch tatsächlich wird das kaum thematisiert und die Kinder bekommen keine Namen.

Die Figuren
André Schneider, der Vater der ermordeten Familie, war mir von Anfang an suspekt, fand er sich doch meiner Meinung nach sehr schnell mit der Theorie des erweiterten Suizids ab.
Sein Schwiegervater, Dr. Roland Mattes, ist Staatssekretär. Aus seiner Sicht wurden die ursprünglichen Ermittlungen zu schnell abgeschlossen und er will Antworten.
Lena Lorenzen vom Landeskriminalamt Kiel leitet die Ermittlungen. Sie wohnt mit ihrem Mann Erck und dem Sohn Bent in Kiel. Mir gefiel sehr gut, dass Anna Johannsen thematisiert, wie schwierig die Familienlogistik ist, wenn die Mutter eine Arbeit ausübt, die sich nicht in das Korsett starrer Betreuungszeiten klemmen lässt. Ihre vielen Reisen von Kiel nach Föhr bieten einiges an Konfliktpotenzial – realistisch, nicht aufgesetzt und durchaus so, dass ich als Mutter das sehr gut nachfühlen konnte.
In ihrem Ermittlerteam ist außerdem Naya Olsen, die gerade ihr Sabattical abgebrochen hat. Sie wollte ein Jahr bei ihrem Großvater auf Grönland verbringen, doch der ist plötzlich verstorben. Der dritte im Bunde ist Johann Grasmann, der nach der Geburt seines Kindes vor zwei Jahren seine Stunden reduziert und in den Innendienst gewechselt hatte. Auch bei ihm gibt es nun Veränderungen.
Mir gefiel, dass das Team relativ spontan zusammengestellt wurde, aber nach einer früheren Zusammenarbeit sehr gut zusammengearbeitet hat. Jeder der drei Ermittler bringt seine eigenen Zweifel und inneren Kämpfe mit, aber nicht so, dass es die gesamten Ermittlungen überlagen würde, wie es bei Fernseh-Krimis oft der Fall ist.
Die Sprache und der Schauplatz
Ich habe beim Lesen gelernt, dass es auf Föhr eine eigene Sprache gibt, die Fering heißt. Auch die Namen sind natürlich typisch norddeutsch. Ansonsten gab es eher wenig Lokalkolorit und die Geschichte hätte fast überall spielen können. Wichtig ist die Insel Föhr jedoch, weil ihre Lage immer wieder eine Anreise mit der Fähre erfordert – und das kostet Zeit.

Ich gebe dem Krimi 4 von 5 Fischen, denn nicht alles war für mich schlüssig.
Du wirst den Krimi mögen, wenn…
- Du Norddeutschland magst.
- Du Ermittlerteams magst, bei denen nicht alles perfekt ist
- Du skeptisch bleibst
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