Ich will nicht behaupten, dass das Internet Neuland ist, aber oft begegnen uns dort Akronyme und Abkürzungen, die uns in Deutschland vielleicht nicht ganz so geläufig sind. Sechs Begriffe, die ich fast täglich sehe, teile ich heute mit einer kleinen Erklärung mit Dir.
POV: point of view

Wörtlich übersetzt: der Blickwinkel. In letzter Zeit kursieren auf Instagram ständig Reels zum POV. Hier geht es oft darum, dass man sich in die Position des oder der Postenden versetzen soll. Ein Beispiel wäre „POV: Du als Frau gehst abends raus“ und im Reel sieht man jemanden, der sich ständig umschaut, das Handy anrufbereit in der einen und den Schlüssel in der anderen Hand hat.
ICYMI: In case you missed it

Auf Deutsch: Falls Du es verpasst oder übersehen hast. ICYMI wird oft in Newslettern verwendet, die als Servicebeitrag auf etwas Vorangegangenes oder gerade passierendes hinweisen wollen. Oft geht es um besondere Aktionen, zu denen man sich jetzt anmelden kann.
IYKYK: if you know, you know

Wörtlich könnte man es übersetzen mit „Du kennst es, wenn Du es kennst“. Ganz so altgriechisch philosophisch ist das aber gar nicht. Hier geht es darum, sich in bestimmten Situationen wiederzufinden. Das sehe ich ganz oft in der Mütterblase auf Instagram. Ein Beispiel: Eine Mutter geht auf den Kindergarten zu und sieht den Aushang „Hand-Mund-Fuß, Läuse, Streptokokken“. Im nächsten Schnitt siehst Du dann vielleicht, wie sie leicht panisch den Mund verzieht. „Wenn Du es kennst“ fühlst Du vielleicht mit ihr mit und hast ebenfalls das ratternde Rädchen im Kopf. Kannst Du es jetzt wagen, das Kind in die Betreuung zu geben? Ist Oma verfügbar? Hast Du noch Urlaub? Ist das übertrieben?
GRWM: Get ready with me

Zu Deutsch: Mach Dich mit mir fertig. In diesen Reels oder Videos nehmen Dich Menschen mit, wenn sie sich fertigmachen. Morgens für die Arbeit, am Abend für eine Party oder wofür auch immer. Manchmal kannst Du Dir dabei Schminktipps abgucken, manchmal vielleicht eine Routine? Ich finde genau die Reels spannend, in denen Brotdosen gepackt werden. Und ein bisschen voyeuristisch sind wir eh alle.
ASMR: Autonomous Sensory Meridian Response

Auf Deutsch steht ASMR für „autonome sensorische Meridianreaktion“. Seit 2010 ist die bekannt, 2021 war das der dritthäufig gesuchte Begriff auf YouTube. ASMR soll durch die Ausschüttung von Hormonen wie Dopamin und Oxytocin Gefühle von Freude und Entspannung auslösen. Diese Hormone sollen auch für besseren Schlaf sorgen.
Es gibt Tage, da mag ich diese Videos. Und es gibt Tage, an denen ich mich darüber wundere, wie künstlich es ist, wenn mit langen Fingernägeln auf allem herumgetippt werden muss, was man in die Wickeltasche/die Notfalltasche im Auto/das Handgepäck/den Kühlschrank räumt.
SAHM: stay-at-home-mom/SAHD: stay-at-home-dad

In amerikanischen Elterngruppen gibt es oft die SAHMs oder SAHDs. Das sind Elternteile, die sich (meist ohne Erwerbsarbeit) zu Hause um Haushalt und Kinder kümmern. Gerade in den USA Ist das nicht so selten, da dort die Kinderbetreuungskosten oft höher sind als das Einkommen der Eltern (meist der Mutter) und es so günstiger ist, wenn ein Elternteil mit dem Kind zu Hause bleibt.
Am schlimmsten finde ich ja die Get ready with me Sachen. Oh man… das POV finde ich eigentlich ganz lustig. Aber ich muss gestehen den Rest kannte ich gar nicht.
Die GRWM-Sachen finde ich manchmal ganz inspirierend – allerdings gerne ohne Ton. Und dann wird es umso skurriler, wie da auf allem in Küche und Bad herumgeklopft und -getippt wird 😉