abc.Etüden: Ameisengleich unmenschliches leisten

An manchen Tagen fühlte sie sich unsichtbar, übersehen, übergangen. Klein wie eine Ameise. Und so fleißig wie diese kleinen Insekten verrichtete sie ihr Tagwerk. Doch genau an solchen Tagen achtete sie bewusst darauf, sich selbst zu lieben, richtig doll. Dann nahm sie sich Zeit für sich, schnippelte frisches Obst (das sonst nur dem Kind vorbehalten war) und bereitete sich ihre eigentlich so geliebten Overnight Oats vor, die über Nacht im Kühlschrank quellen konnten. Dann legte sie die Füße hoch – nur fünf Minuten – und schlürfte ihren Espresso. Heiß. Manchmal staunte sie über die warmen Worte ihrer Freundin, die sie darin bestätigten, dass sie quasi unmenschlich viel an einem durchschnittlichen Tag leistete. Manchmal. Und dann wusste sie, dass alles gut werden würde. Und dass nur gute Mütter ständig hinterfragten, ob sie eigentlich alles falsch machten.

Foto von micheile henderson auf Unsplash.

Die abc.Etüden werden von Christiane vom Blog Irgendwas ist immer betreut. Pro Etüde werden drei Worte vorgegeben, die sich im Text in bis zu 300 Wörtern wiederfinden müssen. In diesem Monat galt es, die Wörter Ameise, unmenschlich und quellen unterzubringen. Diese Wortspende kam von Gabriella vom Schreibenblog.

8 Gedanken zu “abc.Etüden: Ameisengleich unmenschliches leisten

  1. Solche Freundinnen sind so ungeheuer wichtig, weil sie einem bestätigen, dass man in die richtige Richtung unterwegs ist, auch wenn man es gerade selbst nicht sieht. 🧡👍
    Danke dir für die Etüde, gefällt mir sehr.
    Frühabendgrüße, immer noch mit Kaffee 🌤️🎶💻☕🍪

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