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Ich durfte an einem Readalong zum historischen Roman „Unsere Tage am Fluss“ von Karin Lindberg teilnehmen. Danke an Tandem Collective, Amazon Buch und Autorin Karin Lindberg für das Rezensionsexemplar! Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.
In dieser Rezension liest Du:
Die Handlung
Der historische Roman Unsere Tage am Fluss findet auf zwei Erzählebenen statt. Im Mittelpunkt stehen Harriett und Elisa. Harriett lebt 1908 in Rosewood Manor in England ein Leben im goldenen Käfig. Wie gerne würde sie ihrem schrecklichen Mann entkommen, der sie mit Worten und Taten klein hält. Wie gerne hätte sie Medizin studiert. Als der deutsche Arzt Arthur auf das Anwesen kommt, fühlt sie sich wertgeschätzt, gesehen und verstanden. Doch ihr Ehemann stellt sich ihrem Glück in den Weg.
Elisa ist Journalistin in Hamburg und hat gerade einen Skandal hinter sich, der sie ihre Arbeit gekostet hat. Dafür hat sie Freiraum und die Zeit, um zum Rosewood Manor zu reisen und einer Botschaft aus dem Nachlass ihrer Großmutter auf den Grund zu gehen.

Die Sprache
Karin Lindberg beschreibt Umgebungen sehr bildlich, was mir gut gefallen hat.
Die diversen Stühle und Sofas wirkten ebenfalls antik, aber auf den zweiten Blick nicht so ungemütlich, wie sie zuerst gedacht hatte. Das, was sie wirklich als unangenehm empfand, war das dunkle Holz an allen Wänden und der Decke. (S. 42)
Ich mochte die Sprache sehr gerne, allerdings waren die harten, hasserfüllten Worte Harriett gegenüber teilweise wirklich schwer auszuhalten.
Das Lesegefühl
Karin Lindberg schreibt mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Wir steigen in Hamburg in die Geschichte ein, in der Elisa gerade ihre Arbeit und damit ein Stück weit auch ihre Identität verloren hat. Ihre Schwester weist sie auf Unterlagen im Nachlass der dementen Großmutter hin, mit denen niemand etwas anfangen kann. Immer wieder hatte diese von England gesprochen. Aber warum? Letztlich hat Elisa nichts zu verlieren und so reist sie nach Rosewood Manor, einem Herrenhaus in der Nähe von Maidenhead in England. Das Setting war herrlich für mich, denn knapp 20 Minuten von dort habe ich studiert und kenne daher die Region an der Themse und auch außerhalb Londons recht gut. Elisa ist ein starke Frau und die Unbekannte, der sie auf der Spur ist, war für ihre Zeit ebenfalls eine starke Frau, die von der Gesellschaft und insbesondere von ihrem schrecklichen, gewalttätigen Mann klein gehalten und schwach gemacht werden sollten. Dadurch ist das Buch nicht nur leichte Unterhaltung, sondern streckenweise wirklich hart zu lesen. Gleichzeitig ist die Geschichte hoffnungsvoll erzählt.
Ich gebe dem Roman 4 1/2 von 5 Rosen.
Du wirst das Buch mögen, wenn
- Du historische Romane magst
- Du Lust auf England-Feeling hast
- Du gerne über starke Frauen liest
- Du gerne Rätsel löst
Lust auf mehr historische Romane?
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