Sprachsnack: Fünf buchige Wörter aus aller Welt

Als Teenager hatte ich ein Notizbuch, in dem ich besonders schön klingende Wörter gesammelt habe. Neshama (נשמה) stand da unter anderem drin, Hebräisch für Seele oder Geist. Den Klang mag ich bis heute. Je mehr ich lese, umso mehr tolle Wörter entdecke ich, ganze Konzepte, die es in anderen Sprachen nicht gibt. Über solche nahezu unübersetzbare Wörter hatte ich im Sprachsnack im Mai geschrieben. Mit diesem Sprachsnack geht es in diese Richtung, nun jedoch mit dem besonderen Fokus auf Menschen mit großer Liebe zu Büchern.

Jólabókaflóð (Isländisch)

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In Island gibt es zu Weihnachten einen ganz besonderen, wunderbaren Brauch. Jólabókaflóð bezeichnet wörtlich die „Weihnachtsbücherflut“. Dazu gehört es, sich am Weihnachtsabend Bücher zu schenken und den Rest des Heiligabends lesend und Schokolade naschend zu verbringen. Mehr Cottage Core geht kaum. Vor ein paar Jahren habe ich mehr zu diesem Brauch geschrieben.

Rat de bibliothèque (Französisch)

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Die französische Leseratte ist die Bibliotheksratte – und da muss ich sofort an den Film Ratatouille und die kochende Ratte Rémy denken. Vielleicht sind das ja entfernte Verwandte?

Tsundoku (Japanisch)

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積読 oder Tsundoku bezeichnet das Phänomen, Bücher zu kaufen, die dann aber zu Hause ungelesen gestapelt werden. Man nennt es auch die Kunst des Büchersammelns. Kennst Du das auch? Ich habe auf Goodreads, Storygraph und im Kopf immer eine fortlaufende Liste der Bücher, die ich so gerne noch lesen oder hören möchte. Manchmal bestelle ich sie vor oder kaufe sie, obwohl ich noch nicht in der Stimmung bin oder gerade nicht die Zeit dafür habe. Und dann liegen sie erst einmal, bis ich reif für sie bin. So ging es mir sehr lange mit Educated, das ich hier rezensiert habe. Kürzlich las ich, dass dieses Verhalten sogar gut sei, denn Du unterstützt ja bereits den oder die Autorin, indem Du das Buch kaufst und nicht erst beim Lesen. Und wie einige Kunst sammeln, sammeln andere halt Bücher. (Man kann sich alles schön reden ;-))

Oniochalasie (Griechisch)

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Aus dem Altgriechischen bringe ich ein Wort mit, das mit Tsundoku quasi Hand in Hand geht. Oniochalasie setzt sich aus dem griechischen ὤνιος (ṓnios, verkaufen oder verkäuflich) und χαλαστικός (khalastikós, entspannend) zusammen. Quasi Frustshoppen für’s Hirn.

Librocubicularist (Latein)

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Das Wort wurde 1919 von Christopher Morley in seinem Roman The Haunted Bookshop verwendet. Es basisert auf der Wurzel libr- (Buch) und cubiculum (Schlafzimmer). Das Wort bezeichnet eine Person, die gerne im Bett liest. Herrlich, oder?

Hast Du ein Lieblingswort zum Thema Bücher? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

2 Gedanken zu “Sprachsnack: Fünf buchige Wörter aus aller Welt

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