Wenn Du mir schon eine Weile folgst, weißt Du, dass ich Sprachen liebe und gerne immer wieder neue Fremdsprachen lerne. Seit ich 2017 begonnen habe, auf Coffee2Stay zu bloggen, habe ich Schwedisch gelernt und mit Japanisch angefangen. Bei beiden Sprachen war mir wichtig, auch mehr über die Kultur zu erfahren, Traditionen und Bräuche kennenzulernen und Literatur aus den jeweiligen Ländern zu lesen – nicht immer in der Originalsprache, aber auch.
In diesem Beitrag liest Du mehr über folgende Themen:
Warum überhaupt Fremdsprachen lernen?
Ich spreche vier Sprachen fließend – Deutsch und Englisch auf muttersprachlichem Niveau, sowie Französisch und Italienisch. Vor 20 Jahren habe ich Italienisch studiert und in Italien gelebt. 2023 habe ich den DALF C1 des Französischen Bildungsministeriums bestanden. Ich habe Spanisch und Portugiesisch ausprobiert. Ich träume seit vielen Jahren davon, Ungarisch zu können.
Ich lerne Fremdsprachen gerne als Zeichen des Respekts der Menschen mir gegenüber – gerade wenn ich in deren Land bin. Ich lerne sie aber auch, um andere Kulturen besser verstehen zu können. Manche Länder bringen so tolle Begriffe mit, die gar nicht so recht übersetzbar sind. Auch das lerne ich nur, wenn ich mich diesen anderen Sprachen öffne.
Über Mehrsprachigkeit, Mutter- und Herzenssprache habe ich zum Tag der Muttersprache hier geschrieben.
Mit dem Kopf und mit dem Herzen

Es gibt immer wieder Diskussionen, welche Sprachen man unbedingt können sollte. Neben Englisch und Spanisch werden Chinesisch, Russisch und Arabisch genannt. Mich haben die nie so recht interessiert, denn in diesen Sprachen werde ich nie arbeiten und ich kann mir nicht vorstellen, mich längere Zeit in den Ländern aufzuhalten, in denen diese Sprachen gesprochen werden. Das und den Bezug zur jeweiligen Kultur halte ich allerdings für essenziell, um eine Sprache nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen lernen zu wollen und zu können.
Hör zu!

Als ich noch in Berlin wohnte, habe ich gerne Radio Multikulti vom RBB gehört. Den Sender gibt es seit 2008 leider nicht mehr. Dort gab es immer stundenweise Programme auf anderen Sprachen, etwa Türkisch oder Polnisch. Wie oft dachte ich, dass ich nur lange genug zuhören müsste und selbstverständlich würde ich es dann verstehen. Leider nein. Was allerdings in der globalisierten Welt und mit Zugang zu Internetradio super funktioniert: Radioprogramme oder Nachrichten in der Sprache zu hören, die Du lernst. Beim Kochen oder Putzen höre ich bis heute gerne Radio Café aus Padua in Italien. Das war im Studium unser Sender, ich kann oft mitsingen und höre mir sogar die Verkehrsnachrichten gerne an (vielleicht, weil mich ein Stau bei Mestre gar nicht betrifft). Auf Schwedisch habe ich eine Zeit lang P4 aus Göteborg gehört. Sveriges Radio bietet außerdem Radio Sweden på lätt svenska an, der Fernsehsender SVT Nyheter på lätt svenska, jeweils also Nachrichten in einfacher Sprache. Auf Japanisch bietet der Staatssender NHK World Radio Japan Nachrichten auf Japanisch und Englisch an, allerdings nicht kontinuierlich live.
Gib den Kindern das Kommando

Wenn Du lernst und lernst, aber jetzt einfach mal ein Erfolgserlebnis brauchst: Lies Kinderbücher. Um Hiragana besser lernen zu können, habe ich mir sogar ein Kinderbuch mit dem Titel „My First Hiragana Activity Book“ gekauft. Da ist jeweils Platz, um die Silbe schreiben zu lernen und daneben sind Bilder mit Wörtern, in denen diese Silben vorkommen – die könnte ich jetzt sogar noch ausmalen, wenn mir danach wäre. Kinder lernen Sprachen dadurch, dass sie ihnen „ausgesetzt“ sind. Also dadurch, dass sie ihren Bezugspersonen zuhören und ihnen nachsprechen. Schreiben, indem sie immer wieder die gleichen Buchstaben (oder hier eben Silben) nachmalen und irgendwann schreiben.
Als ich mein Italienischstudium anfing, hatte ich Sticker mit italienischen Begriffen, die ich auf fast alles geklebt habe. Der Drucker hieß „la stampante“, am Spiegel stand „lo specchio“, auf dem Schlüssel „la chiave“. So habe ich passiv mein Vokabular erweitert, denn natürlich musste ich irgendwann nicht mehr beim Zähneputzen auf das Schild „lo specchio“ schauen. Bis heute klebt am CD-Player ein Schild mit „il lettore di CD“.
Lernen an der Frischetheke
Früher hatte ich oft diese kleinen Karteikärtchen an einem Schlüsselring in der Tasche. So konnte ich an der Frischetheke, beim Warten auf die S-Bahn, im Bus oder sons two schnell mal einen Blick auf Vokabeln werfen. Heute habe ich Duolingo im Handy. Und ja, ich bin skeptisch, was deren zunehmende Nutzung von KI angeht. Aber für den Moment ist es praktisch, die kleine Eule im Nacken zu haben, um nebenher mal schnell Kana oder Kanji, Vokabeln oder Sätze zu lernen.
Wie du eine sprache fast nebenher lernst
Eine Fremdsprache zu lernen, ist nicht nur Vokabeln auswendig lernen und Grammatik büffeln. Auch so geht’s:

Hör Muttersprachlern zu: Musik, Filme, Radio.

Gib Dir Möglich-keiten, passiv zu lernen

Sei mit dem Herzen dabei. Manchmal können Bücher oder Serien aus dem Land Deiner Fremdsprache neu motivieren.
Wie lernst Du?
Hast Du Tipps, wie Du Sprachen besonders gerne oder gut lernst? Teile sie gerne in den Kommentaren: